Kirchberg Aktuell - März 2026
„Ich finde es nicht gut, dass Du auf der Schwester stehst!“
Liebe Freundinnen und Freunde des Klosters Kirchberg,
auch unsere Johanniskirche ist nach Osten ausgerichtet. Die meisten Kirchen sind so gebaut, dass der Altar in der Richtung der aufgehenden Sonne steht: Christus, unser Licht, er ist unsere wahre Sonne! Das ist die Architektur gewordene geistliche Aussage. Und darum sind oft auch Friedhöfe an den Ostseiten der Kirchen abgelegt worden: So wie Christus auferstanden ist, erhoffen wir auch für uns und unsere Verstorbenen die Auferstehung ins Licht Gottes.
Stellen wir uns nun vor, dass das Kirchendach abgedeckt ist und wir einen Riesenzirkel in den Volksaltar stechen, um den wir nun einen großen Kreis schlagen, dann sehen wir, dass die Gemeinde in der Kirche und die Gräber mit den Verstorbenen in diesem Kreis Platz haben. Und Christus, der sich uns am Altar in Brot und Wein schenkt, ist die Mitte! Lebende und Verstorbene, um Christus vereint, getrennt nur durch die Pforte, durch die wir am Ende unseres Lebens gehen müssen. Wir feiern immer gemeinsam Gottesdienst mit denen, die uns vorausgegangen sind.
Wir standen auf dem Nonnenfriedhof, eine Gruppe neugieriger Kinder mit ihren Eltern und ich. Und ich erzählte ihnen etwas über das Kloster und vor allem darüber, was man sich beim Bau der Kirche und des Friedhofs für Gedanken machen kann. Ein Junge fragte: „Und wo liegen die Schwestern begraben?“ „Na hier“, sagte ich und zeigte auf die Platten vor den Grabkreuzen. Da sie im Grasboden eingelassen sind, sind sie nicht immer gut zu erkennen. Darauf der Junge zu einem anderen Kind, das sich auf eine der Platten gestellt hatte: „Ich finde es nicht gut, dass Du auf der Schwester stehst!“
Ja, so kann man auch an den Tod denken. Für den Jungen waren die Schwestern da, der Friedhof war nun ihr Ort. Und da kann man doch nicht einfach über die Gräber turnen. Ein entspannter und zugleich respektvoller Umgang mit der Vergänglichkeit. Der Friedhof ist kein ferner Platz, sondern Teil des gemeinsamen Weges, auf dem wir alle gehen, Lebende und Verstorbene. Unterwegs zu Christus, unserer aufgehenden Sonne.
Das feiern wir Ostern! Wenn Sie mit uns feiern möchten, sind Sie herzlich eingeladen, die Kar- und Ostertage sind immer etwas Besonderes auf dem Kirchberg! Oder Sie gehen in Ihre Kirchengemeinde. Das höchste Fest des Jahres: Ostern ist der Sieg des Lebens!
Diese Entdeckung wünsche ich Ihnen!
Unsere Gottesdienste und Tagzeitengebete an den Kar- und Ostertagen
Um die Kar- und Ostertage finden bei uns auf dem Kirchberg zahlreiche Gottesdienste und Tagzeitengebete statt.
Wir laden Sie herzlich dazu ein!
Einen Überblick finden Sie hier...
Veranstaltungen mit freien Plätzen im März und April
Mit Leichtigkeit zum Harfenklang - Musizieren auf der Tischharfe
Die Tischharfe wurde vor rund 50 Jahren von
Hermann Veeh entwickelt. Das Saiteninstrument zeichnet sich durch sein
einfaches Erlernen mit Hilfe von Unterlegnoten aus. Musikalische
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
In diesem Kurs vom 30. März bis 1. April erlernen Sie das Spielen
anhand der methodisch aufgebauten Notenmappe "Auftakt". Am Ende des
Seminars, geleitet von Gaby Neumann, werden Sie erste Lieder alleine und in der Gruppe spielen
können. Das sofortige Erfolgserlebnis macht viel Freude.
Der Klang
der Tischharfe ist leise, zärtlich und sehr wohltuend. Das Instrument
ist handlich und wird im Sitzen am Tisch angelehnt gespielt. Die
Tischharfe wird in der Musikpädagogik und in der Hospizarbeit
eingesetzt. In der Inklusionsarbeit und Arbeit mit Kindern findet die
Tischharfe zunehmend Anklang. Für sich selbst ist mit dem Instrument
Entspannung gegeben. Hier geht´s zu weiteren Informationen...
Die Feier der Kar- und Ostertage - gemeinsam auf dem Kirchberg
Die gemeinsame Feier der Kar- und Ostertage steht in diesem Jahr unter dem Leitbild "Das dunkle Gestern und das helle Morgen. Ostern!".
Ostern ist der Weg aus dem Dunkel in das
Licht, der Aufbruch aus dem Alten und die Suche nach dem Neuen, die
Erfahrung der Freiheit von unseren Fesseln. Wir feiern, dass es
Erneuerung gibt, dass der Tod nicht das letzte Wort behält und dass wir
Freude finden können, obwohl uns so viel traurig machen möchte. Ostern
ist der Trotz des Geistes über die Frechheit der Dämonen und der
Kleingeister. Ostern ist das Fest aller Feste. Wir begehen die Kartage
auf Ostern hin als einen Weg, der uns ins Weite führen will!
Kreative Elemente, gemeinsames Musizieren und Singen, Meditation
sowie das Mitgestalten der Gottesdienste laden - je nach Neigung und
Interesse - dazu ein, die Kartage und Ostern als eine lebendig und
gemeinsam gestaltete Zeit zu erleben. Diese Tagung vom 1. bis 6. April gestalten Frank Lilie, Anna-Maria Wilke und Ursula Schmitt-Korf mit einem engagierten Team. Erfahren Sie hier mehr...
Ostersingwoche mit Claudia und Karl Echle
Das musikalische Angebot der Ostersingwoche des Berneuchener Hauses
hat eine sehr lange Tradition. Seit vielen Jahren treffen sich
Chorsängerinnen und Chorsänger in der Woche nach Ostern (07.-12.04.2026), um in
intensiven Proben ein österliches Programm zu erarbeiten, neue
Chorliteratur kennenzulernen und in einer wunderbaren Gemeinschaft viel
miteinander zu singen und zu musizieren. Die Atmosphäre des Klosters
Kirchberg, das intensive Singen im Chor und der durch die Gebetszeiten
strukturierte Tagesablauf machen das Besondere dieser Singwoche aus.
Die musikalische Leitung liegt wie bereits in den letzten Jahren in
den Händen des Ehepaares Echle aus Freudenstadt. KMD Karl Echle war über
20 Jahre lang Regionalkantor an der Taborkirche in Freudenstadt,
Claudia Echle ist Sängerin und Chorleiterin, sie setzt vor allem einen
Akzent auf dem Gebiet der chorischen und der Einzelstimmbildung.
Aus
dem reichen Schatz der österlichen Chormusik werden Chorwerke aus
mehreren Jahrhunderten erarbeitet und traditionell abschließend in einem
öffentlichen geistlichen Chorkonzert dargeboten, das am Samstag, 11. April um 17 Uhr in der Kirchberger Johanniskirche stattfindet.
Weitere Informationen lesen Sie hier...
Spiritualität im Angesicht der Klimakrise - "Handeln, als sei Rettung möglich" (Fulbert Steffensky)
Die Herausforderungen durch den Klimawandel bedrohen unsere "Heile
Welt". Vertraute Reaktionen sind Hilflosigkeit, Resignation, Wut und
Verdrängung - und "business as usual". Vielleicht braucht es in dieser
Situation nichts so sehr wie die Kraft, die Hoffnung und die Erfahrung
der Verbundenheit mit allem Lebendigen, wie sie in den großen
spirituellen Traditionen vermittelt werden.
Im Seminar (17.-19.04.2026) machen wir uns unsere Freude an der Natur und an unserem
Leben, unser Staunen und unsere Dankbarkeit bewusst. Und wir schauen auf
das, was krank und kaputt ist in der Welt, spüren dem nach und
versuchen zu verstehen, was uns lähmt. Dabei können wir erfahren, dass
wir mit unseren Fragen und Ängsten nicht allein sind. Wir lassen uns auf
Impulse ein, die unsere Perspektive erweitern - aus der
jüdisch-christlichen und aus anderen spirituellen Traditionen, z. B. von
indigenen Völkern, aber auch von Wissenschaftlern unserer Zeit.
Vielleicht finden wir Wege, wie wir selbst Teil des Wandels werden, den
wir jetzt so dringend brauchen. Hier erfahren Sie mehr über diese Veranstaltung mit Ulf Pomerenke und Horst Ellner...
Weitere Veranstaltungen mit freien Plätzen
Tanztag mit Ingeborg Lenz-Schikore (12.03.2026)
Qi Gong - im Strom des Lebens mit Patricia Heck-Pomorin (27.-29.03.2026)
Achtsames Hand Lettering und Aquarell mit Miriam Zatti-Herold (28.03.2026)
Zeichen und Wunder haben wir gesehen mit Dr. Dieter Koch (13.-16.04.2026)
Gemäßigtes Dinkelfasten nach Hildegard von Bingen mit Ursula Keck (20.-24.04.2026)
Neu in unserem Veranstaltungsplan
In die Stille finden - geliebt.
Stille ist zum Luxus geworden. Manchmal fliehen wir vor ihr. Dabei brauchen wir sie, um ganz bei uns zu sein. Wer anfängt zu meditieren, ohne Lärm und Ablenkung in der Stille zu sitzen, kommt zur Ruhe, pflegt den inneren Raum, wird empfänglicher für Liebe und freier von sich selbst. Wer regelmäßig meditiert, übt, sich selbst und andere und auch Gegebenheiten anzunehmen. Dabei ist Meditation viel mehr als nur eine Technik. Sie ist ein – im weitesten Sinne – spiritueller Weg zu Gelassenheit, Wohlwollen und innerem Frieden. Dabei ist es keine Voraussetzung, an Gott zu glauben bzw. einer Religion anzugehören. Doch wer bereits in einer Gottesbeziehung lebt, kann erfahren, dass sie intensiver wird.
Neugierig geworden? Hier lesen Sie mehr über dieses Wochenende (13.-15.10.2026) mit Angelika Volkmann...
Jetzt bin ich mal dran - Inseltage für Pflegende und Begleitende in der letzten Lebensphase
In diesem Seminar soll das Erkennen eigener Ressourcen und die
Selbstfürsorge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vordergrund stehen,
ganz nach dem Motto: "Jetzt bin ich mal dran!"
Menschen, die als
Begleiter im palliativen Bereich tätig sind, werden zwangsläufig mit der
Thematik Tod und Sterben konfrontiert. Dabei wird man auch mit der
eigenen Endlichkeit und seinen persönlichen Grenzen konfrontiert. Wer so
viel Sterben und Tod miterlebt sowie begleitet, sollte gut für sich
sorgen und seine Belastungsgrenzen erkennen (Burnoutprophylaxe).
Das
Seminar vom 17. bis 20. November wird geleitet von dem
Palliativmediziner, Meditationsanleiter und Ethikberater Dr. Guido
Pfeiffer und Susanne Bauer-Heuser (Ergotherapeutin,
Gestaltungstherapeutin, Ressourcenorientierte Traumafachberaterin). Hier
erfahren Sie mehr...
Musikalische Veranstaltungen auf dem Kirchberg
Zur Musikalischen Vesper am Samstag, 14. März um 18 Uhr spielt Kirchberg-Kantorin Anna-Maria Wilke auf der Barockorgel in der Johanniskirche Werke des italienischen, spanischen und deutschen Barock von Girolamo Frescobaldi, Johann Gottfried Walther und Francisco Correa de Arauxo.
Am Sonntag, 29. März um 16:30 Uhr ist das Kosma Vokalensemble Stuttgart (Foto) zu Gast und singt Acapella zu Palmsonntag. Unter dem Programmtitel "endlich" betrachten die jungen Sängerinnen und Sänger mit Werken von Heinrich Schütz, Charles Hubert Parry und Francis Poulenc musikalische Perspektiven auf Erwartung und Vergänglichkeit. Begleitet werden Sie von Anna-Maria Wilke auf der Orgel.
Das Abschlusskonzert der Ostersingwoche findet am 11. April um 17 Uhr statt. Der Projektchor unter der Leitung von KMD Karl Echle präsentiert österliche Chorwerke aus mehreren Jahrhunderten.
Der Eintritt zu diesen musikalischen Veranstaltungen ist frei, Spenden sind willkommen.
Gesicht - Jahresausstellung Helmuth Uhrig
Im Uhrig-Museum auf dem Kirchberg wird am 29. März die neue Jahresausstellung 2026 eröffnet. Sie umfasst diesmal Zeichnungen und Gemälde aus dem Jahr 1958 und trägt den Titel „Gesicht“. Mit kritischer Sorgfalt hat der Künstler auf zwanzig Gesichter geschrieben, was in jenem Jahr Bedeutsames geschah: Konfrontation im Kalten Krieg, Wettlauf in der Entwicklung von Satelliten, Gründung der Bundeswehr, Aufnahme in die Nato, der Hochlauf der Rundfunktechnik, das Ringen um die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Der kritische Blick des Künstlers gibt den großen Ereignissen ein Gesicht und gibt dabei gleichzeitig der Frage Raum: Mensch, wer bist Du?
Die Vernissage zur neuen Jahresausstellung "Gesicht" findet am 29. März, Palmsonntag, um 15 Uhr in der Kunstscheuer Helmuth Uhrig statt.
Aus der Gnade des Sichtbaren - Arbeiten von Peter Kupka im Kloster Kirchberg
Peter Kupka versteht Malerei nicht als Handlung, sondern als Geschehen. Nicht er setzt das Bild fest. Es findet seinen Weg durch ihn. Wir zeigen vom 22. März bis 31. Juli 2026 Werke von Peter Kupka.
Kupkas Ölbilder entstehen Schicht um Schicht. Nicht als Abbild, sondern als Annäherung. An etwas, das sich entzieht. An das, was die sichtbare Welt im Innersten zusammenhält. Abstraktion wird dabei zum Tor, nicht zum Rätsel. Getragen von innerer Sammlung und einem Leben in Verbundenheit wirkt der Glaube in seiner Arbeit nicht als Aussage, sondern als Gegenwart. Er durchzieht das Werk leise, fast unmerklich wie ein Atem.
Die Ausstellung „Aus der Gnade des Sichtbaren“ ist im Erdgeschoss des Konventgebäudes zu sehen. Das Haus ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
Die Vernissage findet am 22. März um 10.45 Uhr statt. Der Künstler Peter Kupka ist zur Vernissage anwesend.
Baumschneideaktion am 27./28. März: Helfende gesucht
Am 27. und 28. März findet die diesjährige Baumschneideaktion mit dem Baumspezialisten Bernhard Vogel statt. Gesucht werden noch fleißige Helferinnen und Helfer, die ihn dabei unterstützen, die Bäume unserer Streuobstwiesen fachgerecht zu schneiden. Willkommen sind Anfänger und Fortgeschrittene. Am Freitagabend steht die Theorie auf dem Programm, am Samstag der praktische Einsatz. Für das leibliche Wohl ist selbstverständlich gesorgt.
Wer
mit dabei sein möchte - gerne auch mit eigenem Werkzeug - meldet sich
bitte so bald wie möglich bei unseren Mitarbeiterinnen am Empfang (empfang@klosterkirchberg.de, Tel: 07454-8830).
Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung!
Klosterfest am 1. Mai - Wer hilft mit?
Am Klosterfest geht nichts ohne den ehrenamtlichen Einsatz unserer Mitarbeitenden und den Einsatz der vielen Helferinnen und Helfer.
Ob im Küchenzelt, als Parkplatzwächter, an den Kassen, beim Auf- und Abbau oder im Café - wir brauchen Sie als Helfende! Auch hier wird natürlich für die Verpflegung gesorgt.
Wenn Sie am 1. Mai Teil des Klosterfestes werden wollen, freut sich Silke Bindler auf Ihre Nachricht (silke.bindler@klosterkirchberg.de).
Wir freuen uns, Sie bald wieder auf dem Kirchberg begrüßen zu
dürfen und wünschen Ihnen eine gute Zeit bis zum nächsten Kirchberg
Aktuell!
Herzlichst
Ihre Frank Lilie, Andreas Teufel und das gesamte Team vom Berneuchener Haus Kloster Kirchberg