Kirchberg Aktuell - Mai 2026
„Und, woher kommen Sie?“
Neue Einzelgäste und neue Gruppen waren eingetroffen. Man saß zum ersten Mal beieinander, noch zurückhaltend und abwartend, aber doch auch neugierig. Im Speisesaal war eingedeckt für die Gruppen, die Tischschilder wiesen den Weg. Und am Tisch der Einzelgäste und der Hausgemeinde fanden sich neue Gesichter ein. Erste Gespräche entstanden. Am Freitagabend nach der Vesper begrüße ich die neuen Gruppen immer in den Speisesälen und nenne den Namen der Veranstaltung, zu der sie gekommen sind. Wir wollen doch wissen, mit wem wir in den nächsten Tagen das Haus teilen. Die Gruppen bleiben ja eher für sich und folgen mit ihren Themen ihrer eigenen Dynamik. Da ist es gut, wenn man weiß: „Ah, das sind also die anderen!“
Anders ist das bei unseren Einzelgästen. Vorsichtige Annäherungen entstehen beim gemeinsamen Essen. Man hat sich in der Kapelle beim Abendgebet gesehen und sich gegenseitig beim Aufschlagen der Tagzeitenbücher geholfen. Und nun, im Speisessal, sitzt neben der jungen Polizistin, die vor ihrer Verbeamtung steht und dafür Zeit zum Nachdenken braucht, der Schlagzeuger und Theatermusiker, der sich in den kommenden Tagen sehr gut mit der Bäuerin aus dem Hochschwarzwald verstehen wird. Ihnen gegenüber der Pressechef eines Konzerns, eine Notfallmedizinerin, eine Goldschmiedin und eine Mutter von drei pubertierenden Kindern, die sich erholen möchte. Dazwischen unsere Mitarbeiterschaft, die solche bunten Mischungen gewohnt sind und doch immer wieder staunend sieht, wie Gespräche und Gemeinsamkeiten entstehen. Man verabredet sich zu Ausflügen und Wanderungen. Da ist es wieder, das kleine Kirchberger Wunder der friedlichen Gemeinschaft auf Zeit. Es kamen Fremde. Und es gehen vertraut gewordene Gesichter. Manche Freundschaft ist hier entstanden, ja, sogar Ehen. Am Ende werden Adressen ausgetauscht. „Lass‘ von Dir hören!“ „Du auch!“.
Friedlich gestimmt grüßt Sie
Erfolgreiches Klosterfest
Rund 3.500 Gäste sind am 1. Mai bei herrlichem Sonnenschein zum Klosterfest auf den Kirchberg gekommen. Dabei war zu beobachten, dass immer mehr Besucher mit dem (E-)Bike unterwegs sind - davon zeugen die zahlreichen Fahrräder, die auf und vor dem Klostergelände abgestellt wurden.
Die verschiedenen Programmpunkte mit Klosterführungen, Konzerten, Workshops, Kinderprogramm und Kunsthandwerkermarkt waren wieder einmal ein Besuchermagnet, ebenso wie unser kulinarisches Angebot aus der Klosterküche.
Herzlichen Dank an alle Besucherinnen und Besucher, die so zahlreich auf den Kirchberg gekommen sind!
Ein ganz besonderes Dankeschön geht an all die vielen ehrenamtlichen
Helferinnen und Helfer, ohne die wir das Klosterfest nicht stemmen
könnten!
Ausgewählte Veranstaltungen der kommenden Wochen
Lyrisch das Leben ergreifen
Können Gedichte das Leben ändern? Kann das Leben, durch Kunst ergriffen, ein anderes werden - freier, vertiefter, gesundender?
Im gemeinsamen Tun und Erleben von Wort und Gesang wollen Melchior Killian und Julia Stronski sich vom 22. bis 24. Mai gemeinsam mit den Teilnehmenden diesen Fragen nähern, individuell und als Gruppe. Inspiriert durch Hilde
Domins Leben und Werk gibt es Räume zur biographischen Betrachtung,
künstlerischen Selbsterfahrung und Resilienz im Alltag.
Eine Aufführung des Dennoch-Ensembles - dessen Mitglieder Melchior Killian und Julia Stronski sind - am Samstag, 23. Mai um 20 Uhr ergänzt das Programm.
Weitere Informationen zu diesem Seminar finden Sie hier...
Kalligrafisches Schreiben mit Herz und Hand
Schreiben mit der Feder ist ein faszinierendes Erlebnis: Einerseits
geht es um den Inhalt - WAS soll geschrieben werden? - früher meist
biblische Texte, andererseits: WIE soll ein Text dargestellt werden?
Hier geht es um Buchstabengestaltung bis hin zur Blatteinteilung.
Die
Unziale bietet einen ausgezeichneten Einstieg, um dies zu erlernen: Die
Buchstaben sind einfach geformt, gut erlernbar, klar im Ausdruck, schön
lesbar. Der Umgang mit Breitfeder, Tinte und Papier (auch Farbe) wird
gezeigt, erklärt und geübt. Die kraftvollen Buchstaben und das einfache
Alphabet (nur Großbuchstaben) erleichtern den Zugang in die
kalligraphische Kunstschrift.
Fokussiert auf die Federkante wird die
"stille Kunst, eine Feder zu führen" ganz von selbst zu einer
"bedachten" und in sich ruhenden Tätigkeit. Geleitet wird dieser Anfängerkurs vom 28. bis 31. Mai von Michael Kern. Hier geht es zur Anmeldung...
Ein Himmelreich für eine Rose - Poesie für jeden Tag
Die Rose als Königin der Blumen inspiriert die Menschen seit der
Antike. Rosen finden sich symbolhaft in der Poesie, der Architektur, den
bildenden Künsten in den verschiedensten Kulturkreisen, im spirituellen
Umfeld von Christen und Muslimen, wie auch in unserem Alltag.
Petra Lorenz und Ulf Siebert (das Foto zeigt die beiden bei einer Rosenführung auf dem Kirchberg), die diesen Kurs am 5. und 6. Juni leiten, sind selbst Rosenbegeisterte und
fundierte Kenner rund um das Thema Rose. Gemeinsam gehen Sie dem
Geheimnis der Rose mit Poesie, Texten und Abbildungen auf den Grund.
Tauchen Sie ein in die urmenschlichen Themen wie Erblühen und Jugend,
die Blüte in der Mitte des Lebens, bis hin zum Vergehen und dem Abblühen
als Zeichen der Vergänglichkeit.
Die Impulsvorträge werden begleitet von Rundgängen durch den
klösterlichen Rosengarten mit praktischen Tipps rund um die Kultur und
Pflege von Rosen im Garten. Lesen Sie hier mehr zu dieser Veranstaltung...
Ich kann, ich will, ich werde - Neuorientierung in der Krise
Berufliche Erwartungen und der heutige Lebensstil erlegen uns auf,
erfolgreich zu sein. "Ich kam, ich sah, ich siegte" - wenn das so
einfach wäre. Aufs Siegertreppchen schaffen es wenige. Konkurrenz und
Misserfolg werfen viele zurück. Erst recht kann eine schwere Erkrankung,
eine Trennung, der Verlust eines Menschen einen aus der Bahn werfen.
Ohnmacht lähmt und Zweifel zermürben. Angst und Schmerz weisen wie mit
Hilferufen darauf hin, dass unterhalb der aktuellen Not verkümmerte
Lebensanteile liegen, die darauf warten, aufgeweckt und ernährt zu
werden.
Die Tagung vom 19. bis 21. Juni will helfen, Ressourcen freizulegen, Selbstvertrauen zu
stärken, sich Neues zuzutrauen. Die Gespräche in der Gruppe und mit Kursleiter Ulrich Koring, Pfarrer im Ruhestand, werden ergänzt durch
Körperarbeit und Tanzmeditation. Erfahren Sie hier mehr...
Weitere Veranstaltungen mit freien Plätzen
Pfingstliche Tage auf dem Kirchberg mit Frank Lilie und Team (22.-25.05.2026)
Musizieren im Blockflötenorchester mit Dietrich Schnabel (26.-28.05.2026)
Malen und Zeichnen auf dem Kirchberg mit Lina Nolde (27.-31.05.2026)
Befreit leben mit Tilman Gerstner (12.-14.06.2026)
Spiritualität, Selbstentwicklung und Neurowissenschaft mit Dr. Karolien Notebaert (12.-14.06.2026)
Tanztag mit Ingeborg Lenz-Schikore (15.06.2026)
Bibliodrama: Mit neuen Augen sehen mit Burkhard Frauer und Bettina Petzelberger (19.-21.06.2026)
Gönn dir eine Pause mit Ulrike Niethammer und Simone Ankele (22.-26.06.2026)
Meditieren - verstehen - tanzen mit Prof. Dr. Michael von Brück (26.-28.06.2026)
Fotokurs mit Ute Schmid von Oktober auf Dezember verschoben
Den für Oktober geplanten herbstlichen Fotokurs mit Ute Schmidt haben wir auf den Dezember verschoben. Nun geht es um "Die Muse im winterlichen Stillleben". Der Kurs richtet sich an alle, die in der kalten Jahreszeit ihre fotografischen Fähigkeiten weiterentwickeln und das besondere Licht sowie die Stille des Winters für ihre Kompositionen nutzen möchten. Den Winter mit allen Sinnen erleben – und fotografisch festhalten.
Ziel ist, stille, harmonische und ausdrucksstarke Motive zu gestalten und fotografisch einzufangen. Im Mittelpunkt steht die kreative Komposition: das liebevolle Arrangieren von Requisiten, Farben und Formen (das obige Foto hat Ute Schmid vor dem Kirchberger Nonnenfriedhof aufgenommen). Experimentieren ist ein Teil der Gestaltung, das Seminar gewährt dafür Zeit und Muse.
Hier erfahren Sie mehr über dieses Seminar vom 11. bis 13. Dezember...
Musikalische Veranstaltungen auf dem Kirchberg
Am 23. Mai widmet sich das Dennoch-Ensemble (Foto) bei einem musikalisch-literarischen Abend dem Thema: Wozu Lyrik heute? In Zeiten, in denen Kunst beliebig reproduzierbar ist, lässt sich leicht vergessen, wie transformativ eigenes schöpferisches Tun sein kann. Das Programm wird gestaltet von jungen Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise mit der deutschen Schriftstellerin Hilde Domin beschäftigt haben. Sie wurde als Dichterin des "Dennoch" bezeichnet und so gab sich auch das junge Ensemble – Alicia Killian (Sopran), Anna-Lucia Forck (Alt), Paul Schmidtke (Tenor), Melchior Killian (Bass, Cello, Konzeption), Julia Stronski (Sprache, Konzeption) – diesen Namen. Die Mitwirkenden sind oder waren Studierende der Musik, Philosophie, Psychologie und Medizin. Als Ensemble arbeiten sie seit 2022 künstlerisch miteinander. Das Konzert im Rahmen der Kirchberger Klostermusik beginnt um 20 Uhr in der Johanniskirche.
Am Freitag, 5. Juni um 18 Uhr laden wir herzlich ein zu einer Lateinischen Komplet in der Johanniskirche. Das Nachtgebet wird in lateinischer Sprache erklingen mit den Gesängen des Gregorianischen Chorals. Ausliegen werden Notenblätter, so dass leicht miteingestimmt werden kann. Die Psalmengebete, die Worte der Gesänge und Gebete helfen, in Gedanken den Tag Revue passieren zu lassen und sich auf die Nachtruhe vorzubereiten: „Sei unser Heil, o Herr, derweil wir wachen, behüte uns, da wir schlafen, auf dass wir wache mit Christus und ruhen in Frieden.“ Mitwirkende sind Weihbischof em. Dr. Johannes Kreidler (Offiziant) und die Choralschola Uncinus (Leitung der gregorianischen Gesänge: Inga Behrendt; Leitung der polyphonen Gesänge: Sebastian Schuler).
Sonntag, 7. Juni um 16 Uhr findet das Abschlusskonzert des Gospel Workshops "Gemeinschaft im Groove" unter der Leitung von Sönke Wittnebel statt. Freuen Sie sich auf mitreißende, bewegende Songs in der Johanniskirche!
Am Samstag, 13. Juni um 18 Uhr ist Emanuelle Lerch zu Gast in der Johanniskirche. Auf der Barockorgel spielt sie eine Musikalische Vesper.
Der Eintritt zu allen hier genannten Veranstaltungen ist frei, Spenden sind willkommen.
Gedichte - nicht für den Ohrensessel geschrieben
"Meine Gedichte sind nicht für den Ohrensessel geschrieben", sagt
Ursula Sackmann. "Sie wollen gehört, gefühlt und erlebt werden." Hören
und erleben kann man die Lyrikerin am 14. Mai auf dem Kirchberg. Unter
dem Titel „Schöner Augenblick“ lädt sie dazu ein, die poetischen
Momente des Alltags zu genießen. Ursula Sackmann tritt gemeinsam mit
Tochter Elisa Wittig auf. Für den musikalischen Rahmen sorgt Sigune
Lauffer am Cello.
Auf dem Programm steht eine Auswahl aktueller
Arbeiten von Ursula Sackmann, darunter der Zyklus „Die Bäume auf dem
Kirchberg.“ In ihren Gedichten beschreibt Ursula Sackmann sowohl
Alltagssituationen wie auch die großen Wendepunkte des Lebens stets mit
leichter Hand und oft unerwarteter Tiefe. Elisa Wittig trägt eine
Auswahl an Texten von Bert Brecht bis Rio Reiser vor. Besucherinnen und
Besucher dürfen sich auf einen inspirierenden Abend voll Poesie und
Lebenslust freuen.
Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr in der Oberen Scheuer, der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Wir freuen uns, Sie bald wieder auf dem Kirchberg begrüßen zu
dürfen und wünschen Ihnen eine gute Zeit bis zum nächsten Kirchberg
Aktuell!
Herzlichst
Ihre Frank Lilie, Andreas Teufel und das gesamte Team vom Berneuchener Haus Kloster Kirchberg